Aus fünf kleinen Worten besteht unsere diesjährige Jahreslosung. Fünf Worte, die es in sich haben. Das habt ihr vielleicht schon gemerkt.
„Siehe“ – so fängt es an. Eine Aufforderung. „Schau hin! Guck mal genau!“ kann das heißen. Aber auch als Fazit: Am Ende ist es so, du wirst sehen. Auf alle Fälle hat es mit Wahrnehmung zu tun. Uns werden die Augen geöffnet und hoffentlich auch unser Verstand, wenn Gott so spricht. Wir kennen das schon aus der Bibel, dieses kleine Wörtchen. Auch von Jesus, der sagt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Und hier, hier geht es auch um das, was am Ende passiert. Dann wird Gott dafür sorgen, dass alles Leiden ein Ende hat.
Gott wird dafür sorgen. Er sagt: „Ich mache“. Das heißt: Ich sorge dafür, dass es passiert. Ich mache das, du kannst und du musst dich nicht damit abmühen. Das hat für mich etwas sehr Entlastendes. Da gibt’s ja so vieles, das ich nicht ändern kann. Manchmal sind mir die Hände gebunden und viele Aufgaben sind einfach zu riesig. Aber das heißt nicht, dass alles beim Alten bleibt. Es wird Veränderungen geben. Und zwar riesige Veränderungen. Denn Gott sagt: „Ich mache“, ich sorge dafür, ich werde das Wirklichkeit werden lassen.
Und was?
Dass alles neu wird. „Siehe, ich mache alles neu.“ Gott macht es nicht nur ein bisschen hier und ein bisschen da. Er wird alles erneuern, wird die Welt neu schaffen und zwar so, dass keiner mehr leiden muss und dass es keinen Tod mehr geben wird. Das ist ein großes, ein schönes und auch ein tröstliches Bild. Aber es scheint so weit weg. Die Schöpfung und alles, was leidet, sehnt sich nach Erneuerung, danach, dass alles gut wird. Und Gott verspricht, dass das kommen wird. Er wird es neu machen. Aber wann? Das weiß nur er allein.
Und doch ist diese Jahreslosung verbunden mit einer großen Hoffnung, die schon jetzt spürbar ist. Denn mit Jesus hat diese neue Welt schon angefangen und zwar mitten unter uns. In ihm ist Gott zur Welt gekommen. Das haben wir gerade erst an Weihnachten gefeiert. Und Jesus zeigt in seinem Reden und Tun, wie Gottes neue Welt aussehen wird und wo wir sie schon hier entdecken.
Da spüre ich Verbundenheit mit Menschen, die mir vorher fremd waren. Eine Krankheit hat mich sehr verunsichert und mir angst gemacht. Aber jetzt spüre ich: Ich bin nicht allein und kann mit anderen zusammen neuen Mut und neue Hoffnung finden.
Eigentlich hatten wir alles so schön geplant. Doch dann sind die Pläne geplatzt, ohne dass wir etwas dazu konnten. Trotzdem haben wir geheiratet und gespürt, dass Gott bei uns ist. Wir haben Wege in die Gemeinde gefunden und eine Gemeinschaft die uns trägt, auch wenn die Hoffnung manchmal sehr klein ist.
Wie hoffnungslos empfinden manche jungen Menschen ihre Zukunft. Sie haben es schwer – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Das macht mir zu schaffen. Und dann erlebe ich, wie hoffnungsvoll die junge Generation in die Zukunft blickt, in einem Moment, wo ich gar nicht damit gerechnet hatte. Das ist ein Geschenk, solche Hoffnungsfunken zu erleben.
Ein Geschenk ist auch die Natur, die Jahr für Jahr vergeht und wieder erwacht. Ich staune und das Erleben der Natur hilft mir, hoffnungsvoll zu bleiben.
„Siehe, ich mache alles neu!“
Diese Verheißung, dieses Versprechen steht über unserem Leben. Es gibt Momente, da können wir schon jetzt etwas von dieser Verheißung entdecken. Wer darauf vertraut, dass Gott es neu machen wird, dass er es gut machen wird, erlebt Befreiung und bekommt Mut. Denn das, was wir tun, ist nicht sinnlos, sondern eingebettet in Gottes Wirklichkeit. Und die will ein Leben in Liebe, in Frieden und voller Hoffnung für alle Menschen. Darauf gehen wir zu.
Amen.